Stadtrat hebt Beschluss vom 21.02.2019 auf

Danke! An Bürgermeister Ralf Kunzmann, an die Stadtverwaltung, an die Mitglieder des Stadtrates und an alle Unterstützerinnen und Unterstützer

Liebe Mitstreiterinnen und Mitstreiter,

unsere gemeinsamen Anstrengungen der vergangenen 15 Monate waren erfolgreich.

Die folgenden Zeilen aus dem Bericht zur 22. öffentlichen Sitzung des Gräfenberger Stadtrates am 14.10.2021 dokumentieren die Unterstützung des Stadtrats für die vielen Mitbürgerinnen und Mitbürger, die insgesamt 172 Einwendungen gegen die geplante Verfüllung mit schadstoffbelastetem Bodenmaterial, Bauschutt und Gleisschotter im Gräfenberger Steinbruch der Firma Bärnreuther+Deuerlein erhoben haben.

Die IGS hat den Stadtrat bereits im Frühjahr des Jahres auf Ungereimtheiten in den Antragsunterlagen aufmerksam gemacht und 1.356 Bürger haben unser Anliegen in einer Unterschriftenaktion unterstützt.

Letztendlich hat das Wasserwirtschaftsamt Kronach am 14.07.2021 unsere Bedenken bestätigt. Wir bedanken uns beim Wasserwirtschaftsamt Kronach, das sich viel Zeit genommen hat für eine gründliche Prüfung des Antrags und nunmehr zu dem Ergebnis gekommen ist, dass der Standort als sehr empfindlich (Kategorie A) einzustufen ist:

Hier die entsprechende Passage aus dem genannten Amtsblatt:

Bekanntgabe des Schreibens des Wasserwirtschaftsamtes Kronach zum Änderungsantrag der Firma Bärnreuther + Deuerlein Schotterwerk GmbH & Co.KG

Am Sitzungstag wurde um 17:45 Uhr, stellvertretend von der IGS Gräfenberg, die Unterschriftensammlung an Ersten Bürgermeister Kunzmann übergeben, welche von 1.356, darunter 601 Bürgerinnen und Bürger aus Gräfenberg, unterstützt wurde. Hierzu waren ca. 25 bis 30 interessierte Bürgerinnen und Bürger vor Ort anwesend. Die von dem Vertreter der IGS gehaltene Rede sowie die dargelegten Informationen werden an die Stadträte weitergeleitet.

In der Sitzung wurde dem Stadtrat das Schreiben des Wasserwirtschaftsamtes Kronach vom 14.07.2021, welches am 20.09.2021 der Stadt Gräfenberg übermittelt wurde, bekanntgegeben.

Im Rahmen der Diskussion wurde deutlich, dass das Vertrauensverhältnis zur Fachbehörde Wasserwirtschaftsamt erschüttert ist. Es ist nicht nachvollziehbar, wie dieselbe Behörde derart unterschiedliche Stellungnahmen abgeben kann.

Es wurde folgender Beschluss gefasst: Der Stadtrat Gräfenberg nimmt das Schreiben des Wasserwirtschaftsamtes Kronach vom 14.07.2021 zur Kenntnis. Die Stadt Gräfenberg beantragt, beim weiteren Verfahren zur immissionsschutzrechtlichen Genehmigung alsbald beteiligt und informiert zu werden.

Der Stadtrat erhebt demzufolge Bedenken, sodass der damals gefasste Beschluss vom 21.02.2019 hinsichtlich der nicht vorhandenen Einwände bei der Erteilung einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung aufgehoben wird.

Gegen die Erteilung einer immissionsschutzrechtlichen Genehmigung wird entgegen der ursprünglichen Beschlussfassung zudem folgender Einwand nachgereicht: Aufgrund der aktuellen Standortbeurteilung (sehr empfindlich, Kategorie A), die sich aus der ergänzenden Stellungnahme des WWA vom 14.07.2021 ergibt, muss die Stadt Gräfenberg gegenwärtig davon ausgehen, dass im Falle von Einlagerung schadstoffbelasteten Materials Nachteile für Mensch, Wasser, Umwelt und Natur nicht ausgeschlossen sind, da die Schutzfunktion am Standort nicht ausreicht. Das Einvernehmen der Stadt als TÖB kann -aufgrund nachträglich geänderter Tatsachen- demnach nicht mehr erteilt bzw. aufrechterhalten werden, da der Antrag den der Kommune übertragenen Aufgaben bzw. Pflichten (z.B. Risikovorsorge, Bevölkerungsschutz, Schutz und Pflege kommunaler Gewässer, Abwehr potenzieller Gefahren für Mensch, Tier, Umwelt und Natur) entgegensteht.

Amtsblatt Gräfenberg, Ausgabe Nr. 44/2021 v. 04.11.2021

Und wie geht es jetzt weiter?

Der Antrag steht nach wei vor im Raum. Über eine weitere Vorgehensweise wurde keine Entscheidung getroffen. Wir halten Euch auf dem Laufenden.

Präsentation der Unterschriftensammlung

Am Donnerstag dem 14.10.2021 um 17:45 Uhr haben wir vor der Verwaltung die Unterschriften übergeben. Vielen Dank an unseren Bürgermeister Ralf Kunzmann für die Gelegenheit, die Ergebnisse unserer Unterschriftenaktion zu präsentieren und seine wohlwollenden Worte in Richtung IGS. Herr Kunzmann hob besonders hervor, dass sich die Stadt Gräfenberg schon seit langer Zeit mit dem Thema Steinbruch beschäftigt und das Thema ernst nimmt. Wir freuen uns, einen kompetenten Verwaltungsfachmann als Bürgermeister zu haben, der die Bedenken und Sorgen seiner Bürgerinnen und Bürger ernst nimmt.

In der anschließenden Stadtratssitzung gab es einen Beschluss in unserem Sinne, der alte Beschluss aus dem Februar 2019, dass die Stadt Gräfenberg keine Einwände gegen die Verfüllung erhebt, wurde mit 10 : 1 Stimmen fallen gelassen.

Unser Dank gilt auch den anwesenden Stadträten und Herrn Braun, der uns freundlicherweise die Bilder der Übergabe zur Verfügung gestellt hat. Zu guter letzt möchten wir uns bei der Gräfenberger Bürgerschaft für die wirklich starke Unterstützung bedanken.

Wir hoffen, dass wir als Bürger dieser Stadt nicht mehr mit unseren Anliegen im Regen stehen gelassen werden!

Wachsam bleiben!

Die „Verfüllung [ist] derzeit nicht genehmigungsfähig“. Was heißt das? Wir haben inzwischen die Stellungnahme des Wasserwirtschaftsamtes erhalten und kennen somit die Bedenken. Aus unserer Sicht hat das Wasserwirtschaftsamt viele wichtige Punkte gefunden, die – so sehen wir das – gegen eine Verfüllung mit belastetem Material sprechen. Zur weiteren Vorgehensweise im Antragsverfahren liegen uns derzeit noch keine Informationen vom Landratsamt Forchheim vor. Wir bleiben am Ball!

Update: Inzwischen bestätigt es der Fränkische Tag. Bärnreuther + Deuerlein versucht nach wie vor das Verfahren zu „retten“. Wir setzen uns weiterhin dafür ein die Interessen der Gräfenberger Bürger zu wahren. Entgegen der Aussagen des Steinbruchbetreibers ist der Kostenverursacher für die Verfüllung von belastetem Aushub aus Gräfenberg nicht der Transport (momentan meist in Richtung Fichtelgebirge), sondern Gebühren für die Einlagerung in der Grube, die nun der Firma Bärnreuther + Deuerlein „entgehen“. Außerdem haben wir immer klargestellt: Gegen die Verfüllung von natürlich belastetem Material haben wir nichts! Im Gegenteil, wir fordern sogar eine Lösung die genau das in Gräfenberg ermöglicht, bei der Gleisschotter und Bauschutt aber draußen bleiben.

LRA meldet: Verfüllung derzeit nicht genehmigungsfähig

Sachstand zum Steinbruch in Gräfenberg

Die Fa. Bärnreuther + Deuerlein hat für ihren Kalksteinbruch in Gräfenberg die Genehmigung einer wesentlichen Änderung der Standortkategorie bis C1 beantragt. Bereits im August und September letzten Jahres wurde ein Teil der Öffentlichkeitsbeteiligung (öffentliche Auslegung) in diesem Verfahren durchgeführt. Im Zuge der weiteren Prüfung der Genehmigungsfähigkeit des Antrages wurden vom Wasserwirtschaftsamt Kronach vor kurzem neue Informationen vorgelegt. Diese lassen zum jetzigen Kenntnisstand eine Genehmigung des Antrags in der vorliegenden Form nicht zu.

Das Landratsamt Forchheim befindet sich deshalb im Austausch mit dem Vorhabenträger, ob bzw. in welcher Form das Verfahren und der im Raum stehende Erörterungstermin durchgeführt werden. Sobald eine Entscheidung über die weitere Vorgehensweise getroffen wurde, wird das Landratsamt Forchheim die Öffentlichkeit über den weiteren Ablauf informieren.

Forchheim, 28.07.2021
Pressestelle

Quelle

Gräfenberg Steinbruch Deuerlein
Der Erweiterungsbereich des Steinbruches Deuerlein aus der Luft. Da sage noch einer Windräder würden unsere Landschaft verschandeln.

Infostand am 10.7.2021

Vielen Dank für über 140 Unterschriften und den allgemein großen Zulauf zu unserem Infostand am Samstag 10.7.2021. Die kritische Untersuchung dieser Verfüllung, der Einsatz dafür unser Wasser zu schützen, das wird in Gräfenberg honoriert und das wissen wir zu schätzen.

Vielen vielen Dank!

Infostand der IG Steinbruch am Marktplatz Gräfenberg
Bestes Wetter und reges Interesse an unserem Infostand

Vorweg: Wir bitten um Beteiligung an unserer Unterschriftensammlung

Am Freitag, den 4. Juni 2021, startete unsere Unterschriftenaktion auf Openpetition.
Wir möchten der Gräfenberger Stadtratsmehrheit zeigen, wie viele Bürger aus Gräfenberg sich Sorgen um die Wasserreinheit machen und wie viele Bürger aus unseren Nachbargemeinden heute schon unter dem Schwerlastverkehr leiden und keine weitere Zunahme wünschen. Selbstverständlich sind auch Unterschriften aus weiter Ferne hilfreich, insbesondere wenn aus dem Kommentar ein Bezug zu Gräfenberg (Herkunft, familiäre Verbindung, Urlaubsort, etc.) hervorgeht.
Der ausführliche Wortlaut der Petition ist nach Klick auf „Unterschreiben“ im nachfolgenden Fenster nachzulesen.
Wir bitten Euch um Eure Unterschrift und Euren Kommentar, um unserem Anliegen mehr Gewicht zu verleihen.

Die IG Steinbruch

Willkommen bei der Interessengemeinschaft Steinbruch. Die IG Steinbruch ist ein Zusammenschluss von Bürgern aus Gräfenberg und Umgebung, der sich Transparenz zur Aufgabe gemacht hat. Transparenz bei der geplanten großflächigen Verfüllung des Steinbruches Bärnreuther+Deuerlein, Werk Gräfenberg, mit schadstoffbelastetem Material wie Bauschutt und Gleisschotter!

Als Bürger der Stadt Gräfenberg und der umliegenden Gemeinden wollen wir in diesem Verfahren sicherstellen, dass unsere Interessen gewahrt werden.

Historisches Rathaus
Als Bürger unseres schönen Städtchens wollen wir dass das Wohl unserer Stadt im Mittelpunkt steht

Hintergrund

Gräfenberg wird von zwei großen Steinbrüchen „eingerahmt“. Neben dem Gesteinsabbau spielt für die Betreiber die Wiederverfüllung eine wichtige Rolle, nicht zuletzt aus wirtschaftlicher Sicht. Die Firma Bärnreuther+Deuerlein (B+D) hat ihren Hauptsitz in Postbauer-Heng (Oberpfalz) und sieben Werke, davon eines in Gräfenberg. Derzeit darf im Gräfenberger B+D-Steinbruch zur Renaturierung lediglich unbelasteter Bodenaushub verfüllt werden. Das Wasserwirtschaftsamt hat nämlich im Jahr 2005 festgestellt, dass der Grundwasserkörper sehr sensibel ist, es sind erhöhte Schutzanforderungen erforderlich, als Fremdmaterial kommt nur unbedenklicher Bodenaushub ohne Fremdbestandteile in Frage (= sogenanntes „Z0-Material“).
Diese Regelung hat sich für viele Hausbauer als problematisch herausgestellt. Der Boden in unserer Region enthält nämlich mitunter natürliche („geogene“) Schadstoffe, die die Grenzwerte an der ein oder anderen Stelle überschreiten, wodurch der Bodenaushub nicht im B+D-Steinbruch verfüllt werden darf.
Für die Hausbauer entstehen dadurch erhöhte Kosten, weil der Bodenaushub zu weit entfernten Entsorgungsstätten transportiert werden muss.
Für dieses Problem wird eine Lösung gesucht. Wir unterstützen ausdrücklich dieses Anliegen und haben dafür auch einen Lösungsvorschlag. Dazu später mehr.

Der aktuelle Lösungsansatz, der von B+D und vom Landratsamt verfolgt wird, ist die generelle Erhöhung der Verfüllkategorie von A nach C1 sowie des Verfüllmaterials von Z0 auf Z1.2. Mit dieser Maßnahme wäre zwar die Verfüllung mit natürlich belastetem Bodenaushub in den meisten Fällen erledigt, gleichzeitig wird aber Tür und Tor geöffnet für anderes schadstoffbelastetes Material der Kategorie Z1.2, darunter auch die „anthropogen“ (= menschengemacht, nutzungsbedingt) belasteten Materialien Bauschutt (dazu zählt der Unterbau von Straßen- und Schienenbau) und Gleisschotter.

Wir möchten das insbesondere wegen der drohenden Gefahr für unser Grundwasser verhindern.

Gleisschotter kommt von Bahnstrecken und muss alle ca. 25-30 Jahre erneuert werden. Im Laufe der Jahre sammeln sich Pflanzenschutzmittel, Bremsstäube, Schmiermittel und andere Schadstoffe im Gleisschotter an. Gleisschotter der Kategorie Z1.2 darf mit Schwermetallen, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und Pestiziden wie Glyphosat belastet sein.

In diesem Zusammenhang ist wissenswert, dass B+D ein Lieferant der Deutschen Bahn ist, u.a. für die ICE-Strecke von Forchheim nach Bamberg, wohin große Mengen an Schotter für den Unterbau geliefert wurden.

Bahngleise
Bahngleise werden mittels Pestiziden wie Glyphosat unkrautfrei gehalten.

Welche Gefahr kann von Gleisschotter ausgehen?

Was passieren kann, wenn Gleisschotter der Kategorie Z1.2 verfüllt wird, mussten die Bewohner von Oberniederndorf leidvoll erfahren. Oberniederndorf liegt nur etwa 50km von Gräfenberg entfernt im Kreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim. Durch Vergärungsprozesse von Gleisschotter mit Pflanzenanteilen entstand eine ölig schimmernde, stinkende Brühe, die aus dem Schotterberg lief.
Da auch in den unterhalb des B+D-Steinbruchs gelegenen Bereichen zahlreiche Quellen/Wasseraustritte bekannt sind, besteht die Gefahr, dass die Schadstoffe durch Regen aus dem Verfüllmaterial ausgespült werden und sich ihren Weg in unsere Gärten, landwirtschaftliche Flächen, Obstbäume, Fischweiher bzw. ins Grundwasser suchen. In dem für unsere Region typischen Karstgestein, in dem Wasser kaum gefiltert wird, hätte ein solcher Vorfall erhebliche Folgen.

Unser Ansinnen ist es daher, Vorfälle wie in Oberniederndorf für Gräfenberg auszuschließen.

Hier einige Presseberichte zu diesem Thema aus Oberniederndorf:

Einige Anmerkungen zum Thema Glyphosat:

Für Privatpersonen, die z.B. ihre Garageneinfahrt mit Unkrautvernichtern behandeln, sieht das Pflanzenschutzgesetz hohe Strafen vor (im schlimmsten Fall bis zu 50.000€). Das Gift könnte von versiegelten Flächen über die Kanalisation in die Wasserwerke und damit letztlich ins Grund- und Trinkwasser gelangen. Das wirft die Frage auf, welche Risiken Glyphosat beinhaltet, wenn solche hohe Geldstrafen mit der Verwendung verknüpft sind. Privatpersonen müssen Unkraut zwischen Pflastersteinen deshalb anderweitig, entfernen, z.B. mit Fugenkratzer oder Abflammgerät.
Die Deutsche Bahn darf Glyphosat per Ausnahmegenehmigung weiterhin einsetzen. Eine der Begründungen: eine anderweitige, teurere Unkrautentfernung würde sich auf die Bahnpreise auswirken.
Quelle: https://www.wiwo.de/technologie/umwelt/glyphosat-unangenehme-nebeneffekte/13540896-2.html
Eine Studie aus dem Jahr 2017 zeigte, dass bis zu 75 Prozent der Fluginsekten in den letzten 25 Jahren verschwunden sind. Aktuell (siehe „Stern“ vom 15.05.2021) hat die Johns-Hopkins-Universität (Baltimore, USA) festgestellt, dass Insekten nicht direkt am Glyphosat sterben, aber das Glyphosat die Insekten wehrlos gegenüber anderen Infektionen macht. Eine Vergiftung über einen Umweg.
Quelle: https://www.stern.de/panorama/wissen/neue-erkenntnisse-zu-glyphosat–ist-das-pflanzenschutzmittel-doch-fuer-das-weltweite-insektensterben-verantwortlich–30527332.html

Die Deutsche Bahn benennt folgende mögliche Kontaminationen von Gleisschotter:

  • Abrieb aus dem Rad-Schiene-System (Metalle, Bremsstäube)
  • Lademittelverluste
  • Schmiermittel (z.B. Fette der Weichenschmierung, Schienenschmiereinrichtungen)
  • Betriebsstoffe (z.B. Tropfverluste an Betankungsgleisen und Signalen)
  • PAK aus Tränkungsmitteln von Holzschwellen
    (Anmerkung: PAK = polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe; laut Wikipedia sind zahlreiche PAK nachweislich krebserregend)
  • Herbizide aus der chemischen Vegetationskontrolle
    (Anmerkung: Die Deutsche Bahn setzt nach wie vor per Ausnahmegenehmigung Glyphosat ein, um Gleisbette unkrautfrei zu halten)
  • Havarien mit unterschiedlichsten Kontaminaten

Quelle: Powerpoint-Präsentation der Deutschen Bahn, nachzulesen unter diesem Link, Seite 8:

Welche Bodenverhältnisse finden wir in der Gräfenberger Gegend vor?

Das Wasserwirtschaftsamt hat im Jahr 2005 festgestellt, dass der Standort sehr sensibel sei, es seien erhöhte Schutzanforderungen erforderlich, als Fremdmaterial komme nur unbedenklicher Bodenaushub ohne Fremdbestandteile in Frage (= sogenanntes „Z0-Material“).

Die Fränkische Schweiz kann ca. 1.000 Höhlen vorweisen (Quelle: https://www.naturerlebnis-fs.de/fraenkische_schweiz_info/hoehlen_grotten.html). In der Publikation „Faszination Höhlen“, herausgegeben vom Naturpark Fränkische Schweiz – Veldensteiner Forst e.V. (dessen Vorsitzender übrigens unser Landrat Dr. Ulm ist), steht zum „Land der Burgen, Höhlen, Felsen und Täler“ u.a. geschrieben:
„… In den Karstquellen der Fluss- und Bachtäler tritt das versickerte Oberflächenwasser wieder zu Tage. Diese Wasserdurchlässigkeit ist für die Wasserwirtschaft sehr problematisch, denn so können Schadstoffe, Düngemittel und Verschmutzungen weitgehend ungefiltert in das Grundwasser kommen. Deshalb ist in Karstgebieten strenger Grundwasserschutz äußerst wichtig …“
(Quelle: https://www.fraenkische-schweiz.com/upload/downloads/pdfs/shop/Faszination_Hoehlen_im_Naturpark-Fraenkische-Schweiz-Veldensteiner-Forst.pdf)
„…

Zur Hydrogeologie des Gräfenberger Gebietes schreibt u.a Dr. Alfons Baier von der Universität Erlangen, Lehrstuhl für Angewandte Geologie:

„… Vor allem die aus dem unteren Malm entspringenden Karstquellen weisen oftmals bereits nach einzelnen starken Niederschlägen eine durch Sedimenteintrag hervorgerufene weissgraue Trübung auf, was den schnellen Wasserdurchsatz und die unzureichende Grundwasserfilterung im Gebirge v.a. des Seichten Karstes veranschaulicht …“

BAIER, Alfons (2007): Karsthydrogeologische Untersuchungen im Lillachtal östlich von Dorfhaus/Ldkr. Forchheim (Nördliche Frankenalb).- Geol. Bl. NO-Bayern 57, 1-4: 173-208, 13 Abb., 3 Taf., Erlangen 2007.
Kalkach Sinterstufen
Schadstoffe könnten in unser Wasser gelangen und weitreichende Auswirkungen in die Zukunft herbeiführen.

Der aktuelle Änderungsantrag

Der Steinbruch Bärnreuther+Deuerlein hat seinen Stammsitz im oberpfälzischen Postbauer-Heng. Für den Standort Gräfenberg hat B+D beantragt, die Verfüllkategorie, das Verfüllmaterial und die Gesamtverfüllmenge zu ändern, so dass in Zukunft schadstoffbelastetes Material, unter anderem bis zu 30 % Bauschutt und Gleisschotter verfüllt werden dürften. Bei diesem Material handelt es sich um Material der Kategorie Z1.2 das mit Schwermetallen, polyzyklischen aromatischen Kohlenwasserstoffen (PAK) und Pestiziden wie Glyphosat belastet sein darf. Die Verfüllmenge soll auf maximal 150.000 Tonnen pro Jahr begrenzt werden und die Gesamtverfüllmenge soll auf 2,5 Mio. Kubikmeter erhöht werden (was etwa 3 – 3,5 Mio. Tonnen entsprechen dürfte). Daraus ergibt sich, dass der aktuelle Genehmigungsantrag einen Zeitraum von ca. 20 Jahren umfassen würde. Zur Veranschaulichung: Um 150.000 Tonnen zu transportieren, sind jährlich ca. 5.600 voll beladene LKW erforderlich bzw. in 20 Jahren ca. 110.000 LKW-Fahrten.

Für Gräfenberg könnte dadurch ein gewisser „Abfalltourismus“ entstehen, denn Z1.2 Gruben gibt es in der Umgebung nicht. Als wir von dem Änderungsantrag erfahren haben, begannen wir unsere lange Recherche, haben auf dem Landratsamt Akten gewälzt und diverse Ungereimtheiten gefunden, die uns große Sorge bereiten. Um es vorweg zu nehmen: NOCH IST NICHTS ENTSCHIEDEN! Ein Erörterungstermin hat noch nicht stattgefunden. Der Genehmigungsprozess läuft noch und wir haben gewisse Einflussmöglichkeiten. Hierzu bitten wir um Eure Unterstützung!

Sinneswandel
Der Sinneswandel des Wasserwirtschaftsamts und was er für Gräfenberg bedeutet (oder bedeuten kann)

Unterstützung durch den BUND Naturschutz in Bayern e.V.

Wir freuen uns, den BUND Naturschutz in Bayern e.V. (BN), Kreisgruppe Forchheim, als Unterstützer gewonnen zu haben. Als anerkannte Naturschutzorganisation hat der BN wesentlich mehr Einflussmöglichkeiten als unsere neu gegründete IGS. Der BN hat eine Rechtsanwaltskanzlei mit der Wahrnehmung seiner und unserer Interessen beauftragt. Entgegen der Auffassung von B+D sowie Landratsamt gibt es laut Aussage dieser Rechtsanwaltskanzlei eindeutige Hinweise, die für die Notwendigkeit einer Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) sprechen. Eine UVP würde Klarheit verschaffen, welche schädlichen Einflüsse durch die Verfüllung mit Bauschutt und Gleisschotter auf die Umwelt (Wasser, Boden, Tierwelt, Luft, etc.) entstehen könnten. Wir unterstützen deshalb ausdrücklich den Wunsch bzw. die Forderung, eine UVP durchzuführen.
Hier die Pressemitteilung des BN zum Nachlesen:
https://www.bund-naturschutz.de/pressemitteilungen/geplante-abfallentsorgung-im-steinbruch-bei-graefenberg

Unser Lösungsvorschlag

Wie bereits erwähnt, unterstützen wir die Schaffung einer Möglichkeit, Bodenaushub aus der Region im B+D-Steinbruch zu verfüllen, auch wenn dieser wegen natürlicher („geogener“) Schadstoffe den ein oder anderen Grenzwert überschreitet. Das Schlagwort an dieser Stelle lautet „Gleiches zu Gleichem“, was so viel bedeutet wie: Die natürliche Bodenbeschaffenheit z.B. im Baugebiet Gräfenberg-West unterscheidet sich nicht von der natürlichen Bodenbeschaffenheit auf dem Steinbruchgelände.
Jedoch wollen wir verhindern, dass der Verfüllung mit Bauschutt und Gleisschotter mit „anthropogenen“ Schadstoffen Tür und Tor geöffnet wird.

Unser Vorschlag lautet deshalb, die Verfüllkategorie bei Z0 zu belassen und für natürlichen Bodenaushub aus der Region eine Sondergenehmigung zu erteilen. Somit wäre eine Verfüllung mit Bauschutt und Gleisschotter ausgeschlossen.

Wir hoffen, dass wir mit Eurer Unterstützung dieses Ziel gemeinsam erreichen werden!

Schotter verunreinigt
Die Verfüllung mit schadstoffbelastetem Material hat für B+D natürlich auch eine wirtschaftliche Bedeutung.

So könnt ihr uns unterstützen

Um unser aller Interessen zu wahren und Gräfenberg vor Belastungen für uns und unsere Kinder und Kindeskinder zu schützen, sind wir auf eure Unterstützung angewiesen!

Petition unterschreiben

Wir haben eine Petition gestartet, die sowohl online als auch auf herkömmlichen Unterschriftenlisten unterschrieben werden kann. Die Online-Version findet Ihr hier:
https://www.openpetition.de/!igs
Wir bitten Euch, die Petition zu unterschreiben und auch in Eurem Freundes-, Verwandten- und Bekanntenkreis bekannt zu machen.

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Spenden

Wir möchten Euch ganz konkret um Hilfe in Form von Spenden bitten. Alles, von Homepage, Amtsblattbeilage und Kosten der Akteneinsicht beim Landratsamt bis hin zum Rechtsanwalt haben wir bisher aus eigener Tasche bezahlt.

Für die weiteren Schritte brauchen wir fachliche Unterstützung, wie die Expertise eines Hydrogeologen. Diese Kosten werden wir nicht alleine
tragen können, darum bitten wir Euch um Spenden.

Kontoverbindung

Hierzu steht uns das Konto des Bund Naturschutz Bayern e.V., Kreisgruppe Forchheim zur Verfügung. Gebt im Betreff „Steinbruch Gräfenberg“ an. Die Spenden können steuerlich berücksichtigt werden. Bitte nennt deshalb zusätzlich Euren Namen und Adresse im Betreff, falls ihr eine Spendenquittung benötigt. Spenden bis 300 Euro können aber auch ohne Spendenquittung in der Steuererklärung geltend gemacht werden.

Kontoverbindung:

Kontoinhaber: Bund Naturschutz in Bayern e.V. Kreisgruppe Forchheim

IBAN: DE48 7635 1040 0020 4096 45

Kreditinstitut: Sparkasse Forchheim

Verwendungszweck: Steinbruch Gräfenberg, <Vorname Name>, <Adresse>

Medienresonanz

Wir hatten bereits die Gelegenheit mit verschiedenen Medien in Kontakt zu kommen. Darunter der Bayerische Rundfunk und diverse Berichte in der Lokalzeitung.

Funk & Fernsehen

Im März besuchte das BR Politmagazin kontrovers Gräfenberg und sprach mit Vertretern der IG Steinbruch über die Verfüllung des Steinbruches.

Außerdem gab es einen Radiobeitrag bei Bayern 2:

Zeitungsberichte